Politik rund um die Plaza Murillo
Die Plaza Murillo bildet das politische Zentrum von La Paz. An ihr stehen die Kathedrale und bedeutende Regierungsgebäude, darunter der historische Präsidentenpalast. Der Platz ist nach dem Unabhängigkeitskämpfer Pedro Domingo Murillo benannt, dessen Denkmal in seiner Mitte steht. An den Fassaden treffen kirchliche und staatliche Repräsentation unmittelbar aufeinander. Zwischen den Gebäuden öffnet sich ein begrünter öffentlicher Raum, der zugleich Schauplatz politischer Kundgebungen und alltäglicher Begegnungen ist.
Eine Fassade voller Einzelheiten
Die Kirche San Francisco besitzt eine reich verzierte Steinfassade. Zwischen Säulen und Ornamenten entdecken wir Pflanzenmotive und Figuren, die zum andinen Barock gehören. Europäische Bautraditionen wurden hier durch die Arbeit lokaler Handwerker verändert und erweitert. Wir nehmen uns Zeit für die Reliefs, deren Details im Vorbeigehen leicht übersehen werden. Im Inneren setzen vergoldete Altäre andere Akzente als das steinerne Äußere des Bauwerks.
Ritualwaren und Kunst in alten Gassen
Auf dem Hexenmarkt werden Kräuter, Räucherwerk und Bestandteile für rituelle Opfergaben angeboten. Manche Arrangements sind für Gaben an Pachamama, die verehrte Mutter Erde, bestimmt. Die Waren erschließen sich deshalb erst vor dem Hintergrund andiner Glaubensvorstellungen. Anschließend besuchen wir eine Kunstgalerie in der Calle Jaén. Farbige Häuser, hölzerne Balkone und das Pflaster der schmalen Straße bewahren hier ein Stadtbild aus der Zeit vor den modernen Verkehrsachsen.
Mit der Seilbahn durch den Alltag
Die Seilbahnen von La Paz sind Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs. Ihre Gondeln verbinden Stadtteile, zwischen denen große Höhenunterschiede liegen. Bei unserer Fahrt schweben wir über Wohnhäuser, Straßen und Innenhöfe. Wir sehen die dichte Bebauung an den Hängen hervorragend aus dieser erhöhten Perspektive. Gleichzeitig erleben wir ein Verkehrsmittel, das viele Menschen für alltägliche Wege nutzen. Der Blick reicht je nach Strecke bis auf die Hochflächen von El Alto.
Die zerfurchte Erde des Mondtals
Im Valle de la Luna haben Wasser und Erosion weiche Ablagerungen zu schmalen Türmen, Rinnen und tiefen Einschnitten geformt. Wir folgen den Wegen durch diese zerklüftete Landschaft. Die unterschiedlichen mineralischen Bestandteile erzeugen helle, bräunliche und rötliche Farbtöne. Schon auf kurzer Strecke ändern sich Formen und Perspektiven. Zwischen den trockenen Flächen wachsen einzelne angepasste Pflanzen. So entdecken wir neben der Geologie auch kleine Lebensräume im scheinbar kahlen Gelände.
Cholitas im Ring
Bei einer Cholitas-Wrestling-Show erleben wir eine inszenierte Mischung aus Sport und Schauspiel. Die Wrestlerinnen betreten den Ring mit weiten Röcken, geflochtenen Zöpfen und den typischen Melonenhüten. Dann folgen Sprünge, Würfe und dramatische Auseinandersetzungen zwischen klar verteilten Rollen. Das Publikum feuert seine Favoritinnen an und reagiert lautstark auf die Wendungen. Die Akteurinnen haben sich damit einen eigenen Platz in einer lange männlich geprägten Sportkultur erkämpft.